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Identity Figures

2019-1-DE04-KA105-0180062019Youth mobilityfinalized
Countries: DE|IT|PL|HR|ES · Grant: €42,673
Ethics, religion and philosophy (incl. Inter-religious dialogue)Creativity and cultureNew innovative curricula/educational methods/development of training courses

Objectives

Ausgangsfrage für dieses Projekt war, wie man gegen Populismus und Intoleranz mit künstlerischen und kulturellen Aktivitäten vorgehen kann. Hierfür wollten wir uns dem Thema "Europäische Identitätsfiguren in Theaterarbeit mit Jugendlichen" widmen und Praxis-Seminare in Deutschland, Polen, Spanien und Italien für Teilnehmer*innen aus 5 Ländern durchführen. Die Seminare richteten sich an alle, die mit Jugendlichen arbeiten und sollten konkrete Tools für die Durchführung von kulturellen Projekten vermitteln. Ein wichtiger Punkt war dabei die Vernetzung und der Aufbau weiterführender transnationaler Perspektiven. Die genannten Phänomene - Populismus, Nationalismus, Intoleranz - betreffen Europa in seinem Kern, und gerade junge Menschen sind damit konfrontiert, teilweise betroffen von rassistischer oder nationalistischer Ausgrenzung, teilweise selbst anfällig für solche Tendenzen. Diese Anfälligkeit wächst mit der Verunsicherung kultureller Identität. Daher kommt kulturellen Projekten eine wichtige Aufgabe zu. Allerdings gibt es im Kampf gegen Populismus ein Problem: Kritik perlt an seinen Vertretern ab, jede Art von Aufmerksamkeit füttert sie. Man muß ihnen mit positiven, eigenen Setzungen begegnen: Statt sie anzugreifen, also eigene Themen und Protagonisten positionieren. Dazu schlagen wir die Arbeit mit identitätsstiftenden Figuren vor. Denn unser Bild von Europa ist, mehr als durch Politiker und politische Programme, geprägt von Künstler*innen, Naturwissenschaftler*innen und Entdeckern. Namen wie Einstein, Simone de Beauvoir, Shakespeare, da Vinci oder Copernicus stehen für europäische Identität und Weltbürgertum. Viele waren transnational, wie Einstein, der in Deutschland, Italien und der Schweiz lebte und die US Amerikanische Staatsbürgerschaft annahm. Alle stehen für tolerante Sichtweisen, die identitätsstiftend wirken können. Wir entwickelten eine Serie von vier Seminaren, um Strategien zu vermitteln für Projekte zu diesem Thema, geleitet von international erfahrenen Pädagog*innen, Theater-Künstler*innen und Kulturmanagern. Geplante Inhalte waren u.a. konkrete Tools für die Durchführung von Projekten, praktische Qualifikationen, zeitgenössische Techniken aus Performance, Tanz und Theater, von der Recherche über Textentwicklung, dramaturgischen Fragen bis zur Stückentwicklung, stets in Verbindung zum gesetzten inhaltlichen Thema. Denn während die Techniken (z.B. Improvisation) vielen bekannt sind, fehlt es oft an Wegen, wie man sie auf eine solche gesellschaftliche Fragestellung anwendet und spezifische politische Wirkungen erzielt. Prinzip war ein klarer Praxisbezug: Die Teilnehmenden arbeiten, wie auch Jugendliche unter ihrer Leitung arbeiten würden. Theatrale Elemente sollten mit professioneller Hilfe entwickelt und dann präsentiert werden. Hinzu kamen administrative Bereiche wie Finanzierung und Antragstellung und die gemeinsame Erforschung von Umsetzung in Nachbarschaftsprojekten, Schulen und anderen Institutionen. Dafür wollten wir an jedem Workshop-Ort beispielhafte Projekte vorstellen. All dies, um weiterführende Perspektiven, die Entwicklung neuer europäischer Partnerschaften und Projekte zu ermöglichen. Zu diesem Zweck waren auch begleitende öffentliche Veranstaltungen zur Frage, wie man sich den inhaltlichen Themen annähern kann sowie zu Strategien für die transnationale Durchführung geplant. Die Seminare sollten 4-5 Tage (insgesamt 18 Tage) dauern, für jeweils 19-20 Menschen, als Teil des letzten in Hamburg war ein Arbeitstreffen für alle geplant, in dem sie Perspektiven für weitere Zusammenarbeit entwickeln. Zwischen den einzelnen Blöcken und am Ende des Projekts sollte jeweils ein Arbeitstag in jeder Partner-Institution stattfinden, der die erworbenen Kompetenzen intern austauscht und weitergibt. Zum Abschluß der letzten beiden Workshops sollten öffentliche Werkstatt-Aufführungen stattfinden, um Gelegenheit zu bieten, über die Seminare hinaus die Kulturszene des jeweiligen Ortes kennenzulernen und mit den anreisenden europäischen Künstlern / Institutionen zu verbinden. Dazu sollten ebenfalls öffentliche Diskussionen, Vorträge und Performances der anreisenden Künstler*innen dienen. Die Workshops sollten aufeinander aufbauen, aber so, daß sie auch einzeln belegt werden können, um die Teilnehmer*innen mit Qualifikationen auszustatten, um in Projekte mit jungen Leuten politische und gesellschaftliche Aspekte auf neue Art zu integrieren.

Project partners (5)