Identität ist eine der wichtigsten Entwicklungsaufgaben in der Jugendzeit. Jugendliche bei der Suche und dem Finden von Identität zu unterstützen und zu begleiten ist daher eine der wichtigsten Aufgaben in jeder Form von Jugendarbeit. Im Rahmen dieser Jugendbegegnung ging es vor allem darum, das Thema Identität im Kontext der Kultur mit künstlerischen Methoden und Techniken aufzugreifen und zu bearbeiten. In der Begegnung mit Jugendlichen aus unterschiedlichen Regionen Europas, die einen jeweils unterschiedlichen kulturellen und sozialen Hintergrund aufwiesen, bot sich die große Chance, kulturelle Identität, persönliche Identität und europäische Identität mit einander zu verknüpfen. In einer derartigen Begegnung ist es den Heranwachsenden möglich, kulturelle und soziale Diversität zu leben und zu erleben – ein Grundbaustein von erfolgreicher Inklusion. Angestrebte Ziele dieser Jugendbegegnung waren: • Bewusstsein schaffen für die eigene Identitätsentwicklung und damit Stärkung des Selbstbewusstseins und Festigung der Persönlichkeit • Bewusstwerdung der eigenen Fähigkeiten, Stärken und Kompetenzen, um am Arbeitsmarkt erfolgreich zu sein – Empowerment • Identifikation mit den europäischen Idealen und Werten • Bewusstwerdung einer europäischen Identität und aktiver europäischer Bürgerschaft • Kennenlernen diverser Lebensentwürfe und Akzeptanz durch die Begegnung mit anderen Jugendlichen aus unterschiedlichen Regionen, mit unterschiedlichen Lebensentwürfen und mit unterschiedlichem sozialem und kulturellem Hintergrund. • Kennenlernen von Lebensentwürfen in unterschiedlichen kulturellen Hintergründen • Kennenlernen des Konzepts der ästhetischen Forschung • Fähigkeit zur Anwendung des Konzepts der ästhetischen Forschung • Anwendung des Konzepts der ästhetischen Forschung im Hinblick auf die fünf Säulen der Identität • Stärkung der Fremdsprachenkompetenz im Allgemeinen und insbesondere in Englisch • Veränderung von Stereotypen, Abbau von Vorurteilen • Kennenlernen des Erasmus+ Programms und seiner Leitaktionen • Freundschaften über die eigenen regionalen und nationalen Grenzen hinaus knüpfen Durch die Auseinandersetzung mit dem eigenen Selbstbild in Gemeinschaft mit Gleichaltrigen aus unterschiedlichen Regionen Europas mit verschiedenem kulturellem Hintergrund führt auch zu einem stärkeren Bewusstsein für die europäische Identität. Die Beschäftigung mit den Werten führt damit auch zu einer Auseinandersetzung mit den europäischen Werten und Idealen – in letzter Konsequenz zu einer Stärkung des Bewusstseins für eine aktive europäische Identität, die über die nationalen Grenzen der einzelnen Staaten hinaus führt. Das Thema und die damit verbundenen Fragestellungen werden vor allem mit künstlerischen Methoden und Techniken durch die Jugendlichen selbst erarbeitet. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erarbeiten sich in Einzel- und Gruppenarbeiten ihren je eigenen künstlerischen Ausdruck für ihre Perspektive auf die eigene Identitätsentwicklung. Diese ist eine Momentaufnahme und einer ständigen Bewegung und Weiterentwicklung unterworfen. Die Arbeit mit künstlerischen Techniken und Methoden erlaubt es, auch über die rein kognitive Ebene hinaus auch auf die emotionale und körperliche Ebene zu gelangen, wodurch der Lernerfolg deutlich gesteigert werden kann. Das Konzept der ästhetischen Forschung umfasst fünf Schritte: fragen, sammeln, analysieren, präsentieren und reflektieren. Alle diese fünf Schritte können im Rahmen der Hauptaktivität der Jugendbegegnung gesetzt werden. Das Kennenlernen der unterschiedlichen kulturellen Herkunftskontexte erfolgt zum einen in der unmittelbaren gemeinsamen künstlerischen Arbeit, zum anderen aber auch in der persönlichen Begegnung und im persönlichen Kennenlernen. Zusätzlich dazu wird ein Fest der Kulturen abgehalten, an dem die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre jeweiligen kulturellen Ausdrucksformen präsentieren. Dieses Fest orientiert sich explizit nicht an nationalen Definitionen, sondern soll durchaus auch nationenübergreifende Gemeinsamkeiten aufzeigen. Darüber hinaus wird im Rahmen dieser Aktivität auch eine Exkursion zur Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers in Mauthausen durchgeführt werden. Neben dem historischen Interesse stehen dabei auch die Fragen im Mittelpunkt, wie sich Depersonalisierung auf der einen Seite und Identifizierung mit einer menschenverachtenden Ideologie auf der anderen Seite auf die Bildung von Identität auswirken können.