Earthland sollte junge Europäer:innen dazu bewegen, sich auf neuen narrativischen Wegen mit der Klimakrise auseinanderzusetzen. Dabei ging es explizit darum, sich politisch-ideologischen Kategorisierungen zu entziehen und über die eigene Verortung in der ökologischen und gesellschaftlichen Welt mit Kopf, Körper und Geist ganzheitlich zu reflektieren und Kunst als politisches Ausdrucksmittel zu nutzen, um das symbiotisch Ganze der Beziehung Mensch-Natur zu erkunden. Hierzu wurde eine Rahmenerzählung geschaffen, in der die Gesamtgruppe tagtäglich ein Stück weiter in die neuentdeckte Welt, die für dort gewünschte gesellschaftliche Realität als auch in die eigene Gefühls- und Gedankenwelt vordringen sollte. Ein bedeutender Schritt dafür sollte das bewusste Wahrnehmen des eigenen Selbst mit sich, dem Umfeld oder aber auch der Welt sein. So war auch damit ein Erkennen der eigenen Rolle und Verantwortung hinsichtlich der Natur, aber auch des gesellschaftlichen Lebens, als elementarer Bestandteil in diesem Übergangsritual angedacht. Ein Transformations- und Bildungsprozess von jungen Menschen, die sich in ihrer Lebensabschnittsphase mit ihren Gedanken, Bedürfnissen und Ängsten ernst genommen fühlen wollen und ihren Platz in dieser Welt suchen. Die Aufgabe dieser Suche erscheint jedoch häufig zu groß, zu überfordernd, zu angsteinflößend und führt zu einer Starre, die Jugendliche in ihrer Handlungsfähigkeit lähmt. Dieser Begebenheit sollte ein persönlichkeitsentwickelnder Ansatz entgegengesetzt werden, der es den Teilnehmenden ermöglichen sollte, ihr eigenes Potenzial und ihre Fähigkeiten neu zu entfachen, um somit (politisch-)mündige Bürger:innen dieser Welt zu werden. Earthland setzte den inhaltlichen Anspruch des Durchbrechens von unhinterfragten Konventionen sowie des Annäherns an natürliche und symbiotisch-gedachte Abläufe im Einklang mit Natur und Umwelt auf methodischer Ebene um. Dies führte zu einer bunten Mischung aus einerseits Achtsamkeitsaktivitäten, wie das morgendliche Meditieren und das abendliche Journalling, welches Fähigkeiten wie Autoreflektion und das aktive Wahrnehmen von dem eigenen Selbst mit sich, dem Umfeld und der Welt schulte.