Beim Model European Parliament haben Jugendliche die Rolle von Abgeordneten des Europaparlaments übernommen, um an der eigenen Lebenswelt orientiert in einer Verbindung von Spiel und Realität demokratische Entscheidungsfindung zu erleben und politische Meinungsbildungsprozesse zu durchlaufen. Zu zehn Themen, die die Jugendlichen selbst ausgewählt haben, haben sie gezielt Reformideen entwickelt, die sie mit Politikern diskutiert und über konkrete Absprachen in den Politikbetrieb eingespeist haben. Dabei handelte es sich um ein non-formales Projekt von, für und mit Jugendlichen. Die Erwachsenen Koordinatoren haben nur den Rahmen organisiert. Nach der Corona-Krise sind Begegnungen und gemeinsame Initiativen der europäischen Jugend wichtiger denn je. Daraus ergaben sich Bedarfe in Bezug auf Demokratie, Beteiligung und Europa. Wir sind gezwungen, unsere soziale und demokratische Verfasstheit zu überdenken und Lehren zu ziehen. Denn gerade Demokratien und demokratisches Engagement ermöglichen Jugendlichen ein verantwortungsbewusstes Leben in einer freien Gesellschaft. Heute ist Europa der Rahmen, der das Leben von Jugendlichen immer mehr beeinflusst. Um sich in Europa zurecht zu finden, müssen sie ihre Umwelt mitgestalten können. Eurobarometer-Umfragen zeigen aber, dass das Wissen über die EU defizitär ist mit der Folge von Vertrauensverlust gegenüber der europäischen Integration. Wir wollten mit dem MEP einen geschützten Raum für kritische Auseinandersetzung mit aktuellen Strukturen, Herausforderungen und Prozessen in der EU eröffnen und den Jugendlichen die Möglichkeit bieten, vorgefundene politische Zustände und eigene Interessenlagen zu analysieren, sowie Wege aufzeigen, diese aktiv zu gestalten. Europa konnte so von ihnen als ein dynamischer und gestaltungsoffener Prozess erfahrbar werden. Objectives: Beteiligung am EU- Jugenddialog Wir haben die Instrumente des Jugend-Dialogs genutzt und uns an den Konsultationen im Bereich „EU Jugendpolitik“ und anderen Aktionen zur Umsetzung der EU-Youthgoals beteiligt. Der Dialog zwischen Jugendlichen und Politik war gewinnbringend für beide Seiten und wird langfristig Wirkung zeigen, indem wir zu zehn Themen konkrete politische Initiativen und Absprachen ergriffen haben. Die Lebenswirklichkeit der Jugendlichen war dabei die Basis. Dabei haben wir uns auch an den Prioritäten der Triopräsidentschaft 2022- 2023 orientiert und die Interessen der Jugendlichen zur Geltung gebracht. Wir haben vor allem digitale Partizipationstools eingesetzt und einen kritischen Umgang mit sozialen Medien gefördert. Mitgestaltung des EU Zukunftskongress Auf dem Europäischen Zukunftskongress, den Kommissionspräsidentin von der Leyen am 9. Mai 2021 verkündet hat, geht es um die grundsätzliche Frage, in welchem Europa wir leben wollen. Diesen Impuls haben wir aufgegriffen und uns an der Diskussion beteiligen, indem wir die EU-Jugendziele sowie die Ideen und Themen der Teilnehmenden mit der EU-Zukunfts-Diskussion verbunden und in den Prozess eingebracht haben. (Webseite zur Zukunftskonferenz)