Projektidee Beim Model European Parliament BSR "Nachhaltiges Wachstum, saubere Umwelt, vernetzte Jugend 2022" haben Jugendliche die Rolle von Abgeordneten des Europaparlaments übernommen, um an der eigenen Lebenswelt orientiert in einer Verbindung von Spiel und Realität demokratische Entscheidungsfindung zu erleben und politische Meinungsbildungsprozesse zu durchlaufen. Zu mindestens fünf Themen, welche die Jugendlichen selbst ausgewählt haben, haben sie Reformideen erarbeitet, die sie mit Politikern diskutiert und über konkrete Absprachen in den Politikbetrieb eingespeist haben. Dabei handelte es sich um ein non-formales Projekt von, für und mit Jugendlichen. Die Erwachsenen Koordinatoren haben organisieren nur den Rahmen. Hintergrund Bereits vor der Corona-Krise steckten Demokratie und Europäische Integration in einer Vertrauenskrise. Euroskeptizismus, Nationalismus und Populismus nahmen fast überall in der EU zu. Die Corona-Pandemie hat zusätzlich verdeutlicht, wie fragil ein offenes, solidarisches, demokratisches, jugendgerechtes Europa sein kann. Das soziale Leben hat sich weitgehend ins Internet verlagert. All das hat junge Menschen verunsichert und ihr Bild von der EU verwischt. Dabei fordern vor allem Jugendliche mehr Mitspracherechte. Nach der Krise waren Begegnungen, sichere Räume und gemeinsame Initiativen der Jugend wichtiger denn je. Daraus haben sich Bedarfe in Bezug auf Demokratie, Beteiligung und Europa ergeben. Bedarfe Demokratie ist die politische und rechtliche Grundlage der EU und ihrer Mitgliedstaaten. Sie zu erhalten und zu stärken ist eine immerwährende Aufgabe aller. Allerdings wachsen in vielen Mitgliedstaaten, auch unter jungen Menschen, Zweifel daran, ob Demokratien weiterhin die beste Staatsform darstellt, um die Probleme der Zeit zu lösen. Populisten und Nationalisten versuchen mit einfachen Antworten Jugendliche zu verunsichern. Die Jugendarbeit hat in vielen EU-Ländern politische Schwierigkeit, ein kritisches Bürgerbewusstsein zu fördern. Außerdem hat Corona den Prozess Richtung E-Partizipation beschleunigt. Jugendliche benötigen zunehmend digitale Partizipations-Kompetenzen. Wir sind gezwungen, unsere soziale und demokratische Verfasstheit zu überdenken und Lehren zu ziehen. Denn gerade Demokratien und demokratisches Engagement ermöglichen Jugendlichen ein verantwortungsbewusstes Leben in einer freien Gesellschaft. Heute ist Europa der Rahmen, der das Leben von Jugendlichen immer mehr beeinflusst. Um sich in Europa zurecht zu finden, müssen sie ihre Umwelt mitgestalten können. Eurobarometer-Umfragen haben aber auch gezeigt, dass das Wissen über die EU defizitär ist mit der Folge von Vertrauensverlust gegenüber der europäischen Integration. Wir wollten mit dem MEP einen geschützten Raum für kritische Auseinandersetzung mit aktuellen Strukturen, Herausforderungen und Prozessen in der EU eröffnen und den Jugendlichen die Möglichkeit bieten, vorgefundene politische Zustände und eigene Interessenlagen zu analysieren, sowie Wege aufzeigen, diese aktiv zu gestalten. Europa konnte so von ihnen als ein dynamischer und gestaltungsoffener Prozess erfahrbar werden. Beteiligung am EU-Jugenddialog Wir haben die Instrumente des Jugend-Dialogs genutzt und uns an den Konsultationen im Bereich „EU-Jugendpolitik“ und anderen Aktionen zur Umsetzung der EU-Youthgoals beteiligt. Der Dialog zwischen Jugendlichen und Politik war gewinnbringend für beide Seiten und wird langfristig Wirkung zeigen, indem wir zu ausgewählten Themen konkrete politische Initiativen ergriffen und Absprachen getroffen haben. Die Lebenswirklichkeit der Jugendlichen war dabei die Basis. Orientiert haben wir uns an den Prioritäten der Triopräsidentschaft 2022- 2023 (Grünes Europa; Inklusion) und so die Interessen der Jugendlichen ideal zur Geltung gebracht. Dabei haben wir verstärkt auch digitale Partizipationstools eingesetzt und einen kritischen Umgang mit sozialen Medien gefördert. Die Regionale Dimension der EU stärken und nutzen Eines der Ziele des Netzwerkes MEP BSR ist es, die Regionale Identität von Jugendlichen im Ostseeraum zu stärken, europäisch zu unterfüttern und Jugendliche bei der Umsetzung der UN Nachhaltigkeitsziele in der Ostseeregion aktiv zu beteiligen, wie dies auch in der EU-Ostseestrategie vorgesehen ist. Unser Ansatz dabei ist es, über die regionale Ebene der Ostsee die Brücke hin zum transnationalen - europäischen Lernen zu bauen.