Die Vermittlung des Themas „Klima und Umwelt“ im Kontext des „Europäischen Green Deals“ stand im Mittelpunkt des diesjährigen europäischen Jugendcamps. Deshalb die Stadt Bocholt mit den befreundeten und Partnerstädten vom 16.-22. Juli 2023 ein europäisches Jugendcamp mit ca. 50 Jugendlichen (Alter: 14 – 17 Jahre) und ihren Begleitungen aus Bocholt und den Bocholter Partnerstädten Aurillac und Arpajon-sur-Cère (Frankreich), Bocholt (Belgien) und Akmene (Litauen) sowie mit den benachbarten Niederlanden im Europa-Haus Bocholt durchgeführt. Aus den befreundeten und Partnerstädten außerhalb der Europäischen Union nahmen Jugendliche aus Rossendale (Großbritannien), Vlora (Albanien) und Wuxi (VR China) ohne EU-Förderung teil. Arbeits-Titel des Camps war: “Youth for the Future: Best practise for Climate change in Europe”. Ziel war es, den aus unterschiedlichen Organisationen, Schulen und Vereinen stammenden Jugendlichen einen Einblick in den Alltag, die Arbeitswelt und die Natur am Beispiel der Europastadt Bocholt und den benachbarten Niederlanden zu geben und aufzuzeigen, wie Klima, Umwelt und Nachhaltigkeit eine Chance für die europäische Zusammenarbeit zwischen befreundeten und Partnerstädten sein können. Dafür wurden gemeinsam erarbeitete unterschiedliche Methoden, z. B. Workshops, Referate, Diskussionen etc. eingesetzt. Die jungen Menschen erlebten und erfuhren in diesem Projekt, welchen gemeinsamen Herausforderungen sich Europa (und die Welt) klimatechnisch stellen muss und welche (grenzüberschreitenden) Projekte und Lösungen es gibt, um diese zu bewältigen. Die Beteiligten setzten sich im Rahmen dieses Projektes nicht nur während des Aufenthaltes in Bocholt, sondern auch bereits in der Vorbereitung mit den wichtigen Themen Klima, Umwelt und Nachhaltigkeit auseinander. Anhand von „Best-practise-Beispielen“ aus der jeweiligen Heimat präsentierten sie den anderen Beteiligten mittels Vortrag, Film und Power-Point-Präsentation u.a. die Herausforderungen in ihrem jeweiligen Land. Dabei wurden Themen wie Überschwemmung, Stürme, Dürre, Wasserreinigung und –gewinnung, Photovoltaik etc. und deren damit verbundenen Maßnahmen von den Jugendlichen zu Hause erarbeitet und in Bocholt präsentiert. Für die Stadt Bocholt und die beteiligten Partner war dieses Thema erstmals im Kontext der europäischen Jugendcamps ausgewählt worden. Gemeinsam mit themenorientierten Kooperationspartnern aus Bocholt, wie z. B. dem EUROPE DIRECT Bocholt, und den beteiligten befreundeten und Partnerstädten nahmen die jungen Menschen außerdem an Veranstaltungen und Exkursionen teil. Sie erweiterten damit ihr europäisches und interkulturelles Wissen, bauten ihre sozialen und sprachlichen Kompetenzen aus und setzten sich mit einem wichtigen Zukunftsthema nicht nur für Europa auseinander. Insbesondere begleitete die Sprecherin der Jugendbewegung „Fridays for Future“ Bocholt diese Woche. Sie unterstützte die jungen Menschen z. B. bei der Erstellung der Demonstrationsplakate. Bei der Abschlussdemonstration in der Bocholter Innenstadt, beginnend auf dem Marktplatz, wurde damit das Schwerpunktthema der EU - „Der Europäische Green Deal“ – in den Mittelpunkt gestellt und erhielt eine besondere Relevanz und Medienaufmerksamkeit. Abschließend darf gesagt werden, dass die Jugendlichen ihr Wissen im Hinblick auf Klima, Umwelt und Nachhaltigkeit erweitert haben und niedrigschwellig an praktischen Beispielen wie z. B. Licht nach dem Verlassen von Zimmern löschen, kurze Duschzeiten, Wasser aus dem Hahn und nicht aus Plastikflaschen trinken (nachfüllbare Flaschen wurden dankenswerterweise von einem Bocholter Unternehmen gesponsert), Essennehmen nur so viel, wie man aufessen kann etc. gelernt haben, wie man die Umwelt und das Klima schönen kann. Dieses (neue) Wissen nehmen sie mit nach Hause und können sie im Alltag im Hinblick auf Ressourcen schonendes Verhalten anwenden. Sie haben sich zudem besser kennengelernt und vernetzt (z. B. über WhatsApp) und den Einblick erhalten, sich in Organisationen und Gruppen, die sich mit Klima und Umwelt beschäftigen, zu engagieren. Gleichzeitig haben sie das Wissen erworben, dieses Thema beim Stöbern und Lesen in (sozialen) Medien besser einschätzen zu können. Gerade ein Thema, das alle angeht und zu dem alle etwas sagen können, hat dazu beigetragen, dass sich die jungen Menschen in Argumentationen geübt und sich gegenseitig durch die einwöchige themenbezogene Zusammenarbeit gestärkt haben. Auch die beteiligten Partner aus den befreundeten und Partnerstädten konnten für ihre künftige Arbeit Wissenswertes z. B. zur Nachhaltigkeit beim Einsatz digitaler Kommunikationsmittel und -spiele gewinnen. Insgesamt trug dieses Projekt zum Netzwerken zwischen allen Beteiligten bei und stärkte auf diese Weise ihre künftige Zusammenarbeit.