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Alles nur nicht einfach - Konfliktlinien und Frieden in Europa und dem Nahen Osten

2022-3-DE04-KA152-YOU-0000945682022Mobility of young peopleongoing
Countries: DE|IL · Grant: €33,725
Democracy and inclusive democratic participationEuropean identity and valuesPreventing racism and discrimination

Objectives

"Frieden ist nicht alles, aber ohne Frieden ist alles nichts." Dieser Ausspruch von Willy Brandt, dem Friedensnobelpreisträger von 1971, trifft auch Jahrzehnte später noch zu. Ein Blick an die Grenzen der EU reicht dafür aus: aktueller denn je, in der Ukraine, Nordafrika oder gerade in Israel selbst. Zahlreiche kriegerische Auseinandersetzungen führen zu Elend, Vertreibung, Hunger und Tod. Auf der anderen Seite steht die EU, die 2012 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde. Innerhalb der EU scheinen Kriege keine Chance zu haben. Aber auch hier wachsen Nationalismus, Rassismus, Antisemitismus, werden Grenzen geschlossen und Flüchtlinge abgewiesen. Was können wir aus der Europäischen Einigung für die friedliche Zukunft in den Krisengebieten unserer Nachbarstaaten lernen? Wo liegen Gefahren, Schwächen und Widerstände für den Frieden in Europa? In diesem Projekt zwischen Jugendlichen aus Deutschland und Israel wollten wir herausarbeiten, was Frieden ermöglicht und wie man Demokratie lernen kann. Wir sind davon überzeugt, dass durch interkulturelles Lernen und internationale Jugendbegegnungen gemeinsame Werte wie Toleranz, Respekt, Empathie, Gleichberechtigung, Solidarität erfahrbar werden, die die Grundlage für eine friedliche Gesellschaft nach innen und außen bilden. Darum geht es in unserem Projekt: Friedensbildung durch interkulturelles, demokratisches, geschichtliches Lernen. Mit Ansätzen der Demokratiebildung durch die Betzavta-Methode wollten wir demokratische Prinzipien mit ihren Chancen und Schwierigkeiten erlebbar machen und den Teilnehmern Erfahrungsfelder, die der Klärung des eigenen Sozialverhaltens und der Entwicklung von Toleranz und Respekt ermöglichen. Minderheit, Grundrechte und Gleichheit vor dem Gesetz ermöglichten den Teilnehmern, die Vor- und Nachteile eines demokratischen Systems und das spannungsvolle Verhältnis zwischen Grundrechten und Eigeninteressen wahrzunehmen und dabei ein „qualitatives Demokratieverständnis“ aufzubauen. Sie verstanden, dass das Recht auf freie Entfaltung für alle Menschen gleichermaßen gilt. Des Weiteren wollten wir mithilfe des Programmes das historische Lernen der Teilnehmenden fördern. Da viele Jugendliche Schwierigkeiten haben mit der Komplexität der deutschen Geschichte (z.B. der europäischen Integration) und es ihnen oft an Wissen und Verständnis fehlt, implementierten wir verschiedene Methoden des historisch-politischen Lernens in Kombination mit bewegungspädagogischen Ansätzen. Unter anderem widmeten wir uns dem Nahostkonflikt, um zu verdeutlichen, dass sowohl die israelische als auch die palästinensische Gesellschaft kulturell, ethnisch und auch politisch sehr heterogen ist. Dieser Ansatz Viele Jugendliche stehen der Beschäftigung mit dem Holocaust ablehnend gegenüber, weil sie sich nicht schuldig fühlen wollen. Mit dem Besuch des Jüdischen Museums wollten wir den Jugendlichen zeigen, dass nicht Schuld sondern Verantwortung für das eigene Handeln im Vordergrund steht. Die bewusste Teilnahme am Besuch des Jüdischen Museums sollte den Jugendlichen vor Augen führen, wohin in letzter Konsequenz Ausgrenzung, Menschenfeindlichkeit und Rassismus führen kann und dass die offene Auseinandersetzung mit dem dunkeln Kapitel der Geschichte die Voraussetzung für eine gemeinsames Leben in Europa ist. Zusätzlich wollten wir den Teilnehmenden die Vergangenheit und Gegenwart der jüdischen Kultur in Deutschland zu vermitteln. Die Jugendlichen berichteten, dass sie zumeist nur die Darstellungen jüdischen Lebens aus dem Geschichtsbesuch kennen, die aufgrund des Rahmenlehrplans, eher negativ konnotiert sind. Das Kennenlernen einer anderen Seite bestärkte sie in ihrer Neugier bei der Erkundung des Museums. Antisemitismus, Nationalismus und Rassismus erfahren bei Jugendlichen im Land Brandenburg und Israel eine Renaissance. Oft sind mangelnder Respekt und Toleranz anderen Bevölkerungsgruppen gegenüber die Ursache. Oft aber einfach auch nur mangelnde Reflexion. Die deutsch-israelische Zusammensetzung in diesem Projekt brachte die Chance zu einem kulturübergreifenden Austausch, bei dem kulturell bedingte Missverständnisse und Ängste konstruktiv aufgearbeitet werden konnten. Durch unseren Diversitätsansatz und durch interkulturelles Lernen wollten wir Perspektivenwechsel und neue Bewertungen schaffen, um kulturell bedingte Weltanschauungen und Verhaltensweisen sichtbar und verständlich zu machen. Die Projektarbeit sollte den Prozess der Dekonstruktion von scheinbar festen Stereotypen forcieren, um den Teilnehmenden die Möglichkeit zu geben, dem „Anderen“ als Individuum mit einer persönlichen Meinung und eigenen Erfahrungen kennenzulernen und so allen Formen der Diskriminierung entgegenzuwirken.

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