Hintergrund: Jugendpartizipation in Brandenburg, Polen und der EU Die EU hat sich zum Ziel gesetzt, die Partizipation von Jugendlichen in allen Bereichen zu stärken. (EU-Vertrag Artikel 165/Charta der Grundrechte Art. 24 / EU - Jugendstrategie). Jugendpartizipation wird von der Forschung allgemein als Win- Win-Situation für die gesamte Gesellschaft angesehen. Die Brandenburger Kommunalverfassung fordert seit Juni 2018 verstärkte kommunale Jugendbeteiligung. In polnischen Gemeinden gibt es zwar oft Jugendräte, diese zielen allerdings oft auf soziales Engagement und weniger auf die speziellen gesellschaftlichen und politischen Interessen der Jugendlichen. Damit haben wir einen gesellschafts-politischen Hintergrund vorliegen, der ideale Voraussetzungen für gegenseitiges Lernen, Erfahrungsaustausch und grenzüberschreitendes Handeln bietet. Ein zentrales Problem dabei aber ist, das es Jugendlichen häufig an Wissen, Kompetenzen und Möglichkeiten mangelt, sich an der Gestaltung der eigenen Lebenswelt zu beteiligen. Verstärkt wir dieser Mangel durch den demographischen Wandel und die Strukturschwäche des ländlichen Raumes. Wir wollten mit der deutsch-polnischen Jugendagora durch Empowerment sowie die Entwicklung neuer, auf die Bedürfnisse der Jugendlichen ausgerichteter Projekte, die Jugendpartizipation im ländlichen Raum in beiden Ländern nachhaltig stärken sowie die Vertragsziele der EU mit Leben erfüllen. Die Methode: Jugendgerechte Kommune Unser Projekt basierte auf dem Konzept "Jugendgerechte Kommune" (www.jugendgerecht.de), das wir für unser deutschpolnisches Setting mit Hilfe der Methoden "Zukunftswerkstatt" sowie "Planungszelle" angepasst haben. Das Projekt bestand aus 4 Phasen. 1. Vorbereitungstreffen und Studienphase 2. Begegnung in Trebnitz: Deutsch und polnische Jugendliche erarbeiten online (wie in einer altgriechischen Agora) gemeinsam Expertisen zu jugendspezifischen und relevanten Problemstellungen und unterbreiten Lösungsvorschläge in Bezug auf ihre jeweilige Kommune und lokale Ebene. 3. Sie setzen diese Vorschläge für die Schaffung einer jugendgerechten Kommune vor Ort mit Hilfe politischer Patenschaften um. Beim abschließenden Treffen in Danzig (Polen) (4) wurden die Ergebnisse und Prozesse intern mit regionalen Akteuren ausgewertet. Die Jugendlichen haben so über einen längeren Zeitraum eng mit lokalen Politikern zusammen gearbeitet. Weitere Ziele des Projektes waren: - Eine Stärkung der Jugendpartizipation zwischen Deutschland und Polen - Eine Stärkung der Europäischen Bürgerschaft - Wir wollten, dass sich Jugendliche als Bürger Europas in die politische Diskussion in ihrer Lebenswelt einmischen können und einen gemeinsamen Wertekanon erkennen. - Eine Stärkung der Jugendpartizipation im ländlichen Raum - Eine aktive Bürgerschaft trägt zur demografischen Stabilität in Gemeinden des ländlichen Raumes bei. Je mehr Bewohner sich in den Gemeinden engagieren können, desto stabiler sind die Ortschaften. Politische Beteiligung will aber gelernt sein, Zivilgesellschaft will entwickelt werden, soziales Engagement muss gefördert werden. Die Grundsteine für die soziale Kompetenz der gesellschaftlichen Mitverantwortung werden insbesondere im Kinder- -und Jugendalter gelegt.