Back to search

Stärkung der europäischen Rechtsstaatlichkeit, Verbesserung der Bürgerrechte

2024-3-DE04-KA154-YOU-0002711862024Youth participation activitiesfinalized
Countries: DE|CZ|HR|IT|ES|FI|FR|LV|UA|NL · Grant: €60,000
Promotion of alternative forms of participationAwareness about the European UnionDemocracy and inclusive democratic participation

Objectives

Mit der Umsetzung der 35. Nationalen Auswahlsitzung des Europäischen Jugendparlaments in Deutschland (EJP) in Karlsruhe verfolgten wir das Ziel, junge Menschen aus Deutschland und ganz Europa zu einer aktiven, reflektierten und konstruktiven Auseinandersetzung mit zentralen Fragen der europäischen Demokratie und Rechtsstaatlichkeit zu befähigen. Vor dem Hintergrund zunehmender Herausforderungen für demokratische Institutionen, wachsender gesellschaftlicher Polarisierung sowie sinkender politischer Beteiligung junger Menschen wollten wir einen Raum schaffen, in dem europäische Politik nicht nur theoretisch vermittelt, sondern praktisch erlebt und mitgestaltet werden kann. Das übergeordnete Ziel des Projekts war es, Jugendliche im Alter von 15 bis 19 Jahren in ihrer Rolle als aktive europäische Bürger*innen zu stärken. Durch die Simulation parlamentarischer Prozesse nach dem Vorbild des Europäischen Parlaments sollten sie demokratische Entscheidungsfindung unmittelbar erfahren, die Funktionsweise europäischer Institutionen besser verstehen und eigene politische Standpunkte entwickeln. Dabei ging es uns nicht nur um Wissensvermittlung, sondern insbesondere um politische Selbstwirksamkeit: Die Teilnehmenden sollten erleben, dass ihre Perspektiven zählen, dass differenzierte Debatten möglich sind und dass demokratische Aushandlungsprozesse auf Respekt, Argumentationsfähigkeit und Kompromissbereitschaft beruhen. Inhaltlich stand die Sitzung unter dem Oberthema der Stärkung der europäischen Rechtsstaatlichkeit und des Schutzes von Bürgerrechten. Die Ausschussthemen griffen hochaktuelle Fragestellungen auf – von der Unabhängigkeit von Verfassungsgerichten über den Schutz der Meinungsfreiheit, die Bekämpfung organisierter Kriminalität und geschlechtsspezifischer Cybergewalt bis hin zu Fragen wirtschaftlicher Stabilität, regionaler Ungleichheit und demokratischer Teilhabe junger Menschen. Ziel war es, die Teilnehmenden zu einer fundierten Auseinandersetzung mit komplexen politischen Herausforderungen anzuregen und sie zu befähigen, tragfähige, konsensbasierte Lösungsvorschläge zu entwickeln. Ein weiteres zentrales Projektziel war die Förderung interkultureller Kompetenz und europäischer Identität. Durch die Einbindung von Jugendlichen aus rund 20 Ländern wollten wir den europäischen Austausch intensivieren, Vorurteile abbauen und gegenseitiges Verständnis stärken. In der Zusammenarbeit in internationalen Teams, in englischer Arbeitssprache und im Rahmen eines vielfältigen kulturellen Programms lernten die Teilnehmenden, unterschiedliche Perspektiven wertzuschätzen und gemeinsame europäische Werte zu reflektieren. Damit leistete das Projekt einen Beitrag zur Völkerverständigung und zur Entwicklung eines solidarischen, demokratischen Europas. Darüber hinaus zielte das Projekt auf die Persönlichkeitsentwicklung der Jugendlichen ab. In Teambuilding-Phasen, Ausschussarbeit und Plenardebatten trainierten sie Kommunikationsfähigkeit, kritisches Denken, Konfliktlösungskompetenz, Verantwortungsübernahme und sicheres Auftreten vor Publikum. Sie arbeiteten eigenständig, strukturierten komplexe Inhalte, formulierten politische Forderungen und verteidigten diese argumentativ. Besonders wichtig war uns dabei ein geschützter Lernraum, in dem Fehler erlaubt sind und Lernen als gemeinschaftlicher Prozess verstanden wird. Nicht zuletzt verfolgten wir das Ziel, nachhaltiges gesellschaftliches Engagement anzustoßen. Die Nationale Auswahlsitzung fungierte als Qualifikations- und Motivationsplattform: Engagierte Jugendliche konnten sich für internationale Sitzungen qualifizieren und langfristig im Netzwerk des European Youth Parliament aktiv bleiben. Gleichzeitig wollten wir Impulse setzen, die über die Veranstaltung hinauswirken – etwa durch ein gesteigertes Interesse an politischer Beteiligung, zivilgesellschaftlichem Engagement oder europabezogenen Bildungs- und Berufswegen. Zusammenfassend wollten wir mit dem Projekt Demokratie erlebbar machen, europäische Werte stärken, junge Menschen zur aktiven Mitgestaltung ermutigen und ihnen die Kompetenzen vermitteln, die sie benötigen, um sich langfristig verantwortungsvoll und selbstbewusst in politische und gesellschaftliche Prozesse einzubringen.

Project partners (10)